Lebensmittel und Fairer Handel

Bäuerinnen in Mittelamerika kämpfen beim Anbau gegen Dürre

Foto: © Sean Hawkey und Fairtrade Deutschland

Ein Großteil der Lebensmittel, die wir täglich konsumieren stammt von überall auf der Welt: Tomaten aus den Niederlanden, Gurken aus Spanien oder Bananen aus Ecuador sind typische Produkte, die in deutschen Supermärkten zu finden sind. Doch hast du schon mal genauer hinter die Kulissen der globalen Lebensmittelproduktion geschaut?

Hungerlöhne, gefährliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit gehören für viele Kleinbauernfamilien und Arbeiter:innen zum Alltag. Trotz körperlich schwerer Arbeit reicht der Lohn oft nicht einmal aus um die eigene Familie zu ernähren. Armut und Mangelernährung sind die Folge. Als schwächstes Glied in der Produktionskette sind vor allem Bäuer:innen in Schwellenländern des globalen Südens betroffen. Auch wenn es durch den Klimawandel zu Ernteverlusten kommt, sind sie am Ende die Leidtragenden. Der Welthandel ist also enorm von Ungleichheit geprägt.

Fairtrade Produktsiegel

Foto: © Jakub Kaliszewski und Fairtrade Deutschland

In der Gesellschaft entsteht jedoch immer mehr ein Bewusstsein für kritischen Konsum. Produkte aus dem Fairen Handel kannst du gut an Fairtrade-Logos, wie Fairtrade International oder World Fair Trade Organization erkennen. Aber auch Firmen wie GEPA, Rapunzel oder Lebensbaum achten neben Umweltaspekten, zusätzlich auf eine Faire Behandlung der Produzent:innen. Eine Übersicht der Produktsiegel findest du hier

Du fragst dich welche Lebensmittel durch den Fairen Handel erhältlich sind? Gängige Fairtrade Produkte sind zum Beispiel: Bananen, Kaffee, Wein oder Reis. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Mischprodukten wie Schokolade, Tee, Müsli oder Fruchtsäfte. Diese Fair gehandelten Lebensmittel bestehen aus mehreren Zutaten, wobei mindestens 20 Prozent aus dem Fairen Handel stammen. Eine ausführliche Liste Fair gehandelter Produkte findest hier

 

Fairer Handel in Deutschland

Wie steht es um deinen Lebensmittelkonsum? In Deutschland wächst das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie eine soziale und umweltschonende Herstellung. Mittlerweile engagieren sich rund 100.000 Menschen für den Fairen Handel und auch Oldenburg ist seit 2019 Fairtrade-Town! Insgesamt erzielte der Faire Handel 2019 einen Umsatz von 1.853 Millionen Euro – ganze 77 Prozent machten davon Lebensmittel aus.

Kaffeebäuerin Mak Azmi beim Ernten von Kaffeekirschen

Foto: © Nathalie Bertrams und Fairtrade Deutschland

Das Fairtrade-System wächst und wirkt auch auf politischer Ebene ein. Im Gespräch mit Politiker:innen konnten bereits gesetzliche Rahmenbedingungen im öffentlichen Beschaffungssektor geändert werden. Außerdem wird in einigen Behörden, darunter auch im Oldenburger Rathaus, nur noch Kaffee aus Fairem Handel angeboten.

Wusstest du, dass Kaffee in Deutschland das beliebteste Fairtrade Produkt ist? Mit einem Absatz von 26.185 Tonnen liegt er 2019 mit Abstand auf Platz 1! Von 100 Tassen Kaffee stammen 6,7 aus dem Fairen Handel.

Dieses Potential soll durch die Umstrukturierung des Handels hin zu Fairer Bezahlung und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen weiter ausgebaut werden. Mittlerweile profitieren weltweit mehr als 2,6 Millionen Produzent:innen aus über 70 Ländern vom Fairen Handel.

Allerdings sind auch bei uns im Globalen Norden keineswegs alle Arbeitsbedingungen Fair. Immer wieder kommt es zur Benachteiligung von Kleinproduzent:innen. Bestimmt hast du schon davon gehört, dass in Deutschland viele kleine landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssen. Doch der Faire Handel hilft! Durch Zusammenschlüsse von Molkereigesellschaften des globalen Nordens und Kakaoproduzent:innen des globalen Südens, die gemeinsam Fair gehandelte Schokolade produzieren, können auch in Europa kleinbäuerliche Betriebe langfristig erhalten und gestärkt werden.

Bio – Regional – Fair

Mittlerweile stammen rund zwei Drittel aller Fairtrade Lebensmittel aus ökologisch zertifiziertem Anbau. Allerdings sind Fair gehandelte Produkte nicht automatisch bio oder regional. Sie werden häufig aus Ländern des globalen Südens importiert, da die tropischen Agrarprodukte in unseren Breitengraden nicht angebaut werden können. Im Umkehrschluss werden auch Bio-Produkte nicht automatisch unter Fairen Bedingungen hergestellt und gehandelt.

Allerdings gibt es Kombi-Siegel wie zum Beispiel Rapunzel Hand in Hand oder Biokreis regional & fair, in denen die Konzepte vereint werden. Mittlerweile sind rund 70 bis 75 Prozent der Fairtrade Lebensmittel auch in Bio-Qualität erhältlich. Weitere Informationen zu den Begriffen Bio, Regional und Fair findest du hier

Fair in Oldenburg!

Du möchtest etwas gegen die Ausbeutung, Kinderarbeit und gefährlichen Arbeitsbedingungen tun? Mit deinem Konsumverhalten kannst du den Fairen Handel unterstützen!

Finde hier  oder über die interaktive Karte von morgen  Geschäfte in Oldenburg die Fair gehandelte Produkte anbieten.

Verschiedene Fairtrade-Produkte

Foto: © Ilkay Karakurt und Fairtrade Deutschland

Im KOSTBAR Buch findest du insgesamt 112 nachhaltige Angebote aus Oldenburg, sowie viele Gutscheine in Kooperation mit Geschäften die Produkte des Fairen Handels anbieten.

Aber auch in vielen Supermärkten sind mittlerweile Faire Lebensmittel erhältlich. Vor allem in Bio-Märkten gibt es häufig eine große Auswahl an Fairtrade-Produkten. Eine Auflistung von Bio-Märkten in Oldenburg findest über die Karte von morgen

Und auch wenn dir Regionalität am Herzen liegt gibt es Angebote. Auf dem privaten Bauernmarkt an der Lambertikirche findest du jeden Freitag von 11.00 bis 18.00 Uhr regionale und saisonale Produkte aus Eigenfertigung. Für weitere regionale Lebensmittel direkt vom Erzeuger schau doch mal bei Oldenburgisst vorbei.

Du möchtest allgemein etwas gegen Verschwendung tun? In Deutschland werden jährlich rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt. Wusstest du, dass ein Großteil der Lebensmittelabfälle, genau genommen 52 Prozent, in privaten Haushalten entstehen? Mit Foodsharing gibt es eine Möglichkeit Lebensmittel zu retten, die sonst in der Mülltonne landen!

In Oldenburg gibt es vier foodsharing Fairteiler: Mühlenhofsweg 94, Kreativ:LABOR in der Kulturetage, AStA Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Abendgymnasium/Kolleg Oldenburg.

Du möchtest zusätzlich auf die sinnlose Verschwendung von Ressourcen verzichten und verpackungsfrei einkaufen? Dann schau doch mal bei Rubio oder Veggiemaid vorbei! In Deutschland entstehen jährlich 6,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle und davon werden ganze 5,4 Millionen Tonnen von privaten oder gewerblichen Haushalten verursacht. Mit deinem Einkauf im Unverpackt Laden kommst du ganz ohne Einwegverpackungen aus!

Fairness auf dem Teller!

Du bist auf den Geschmack gekommen? Mit dem Kauf von Fair gehandelten Lebensmitteln unterstützt du nicht nur die Bäuer:innen und Produzenten:innen in den Erzeugerländern, sondern kannst auch vielfältige Genüsse aus der ganzen Welt entdecken!

Wie wäre es zum Beispiel mit…

Bild von Milchreis mit Mango, Zitronengras und Maracuja

Foto: © Fairtrade Original – Milchreis mit Mango, Zitronengras und Maracuja

Bild von einem rotem Thai Curry

Foto: © Fairtrade Original – Rotes Thai Curry

 

 

 

 

 

 

Weitere tolle Rezeptideen mit Zutaten aus dem Fairen Handel findest du bei: Fairtrade Original, Fairtrade Deutschland oder GEPA